So sehr die Loks der V100- oder V160-Familien zum heutigen Tag noch das Geschehen um Mühldorf herum bestimmen, so dominant waren sie vor noch gar nicht allzu langer Zeit auch in unserer unmittelbaren Heimat, dem Bayerischen Wald. In den 1990ern kam es aber dann zu einer Revolution, zu einer in der Tat gewaltsamen und raschen Veränderung der Umstände. So drastisch zumindest erscheint uns rückblickend diese Veränderung von einem gemütlichen und idyllischen Nebenbahnnetz in trostlos dahin vegetierende Schotterpisten. Am schlimmsten betroffen war sicherlich der Raum Passau; alle östlich davon abzweigenden Strecken in den Vorwald sind von der Landkarte verschwunden. Passau - Freyung: im Dornröschenschlaf, Waldkirchen - Haidmühle: im Fahrradhimmel, (Deggendorf-) Hengersberg - Kalteneck: ausradiert, Passau - Wegscheid: verwest, Passau - Hauzenberg: versunken im Erlautal. Auch die schönsten Strecken im oberen Wald existieren zum Teil nicht mehr, wie (Straubing-) Bogen - Miltach oder Viechtach - Blaibach.

Und was ist mit den Waldbahnstrecken? Die bekannte Zwieseler Spinne ist in ihrer ursprünglichen Form noch erhalten, doch sind die darauf eingesetzten Fahrzeuge bis auf wenige Ausnahmen im Jahr kaum einen Besuch wert. Auch die Bahnanlagen selbst, Bahnhöfe, Signale, etc. haben sich unter dem Begriff “Modernität” einen schlechten Namen unter Freunden der alten Eisenbahn gemacht.

Lasst uns an dieser Stelle lediglich die früheren Strecken noch einmal chronologisch vom jeweiligen Ausgangspunkt bis zu ihrem Endbahnhof ablaufen. Da alle Bilder weit vor unserer Digi-Knipserei entstanden sind und wir keinen Diascanner zur Verfügung hatten, mussten wir von allen Fotos Abzüge machen lassen und diese dann einscannen, wodurch die Qualität der Bilder natürlich etwas beeinträchtigt wurde. Schaut in den nächsten Wochen auch hier immer wieder mal vorbei, die Streckengalerien werden schrittweise erweitert.



Die Ilztalbahn Passau - Freyung

Die Waldbahn Plattling - Bayerisch Eisenstein

Die Strecke Zwiesel - Grafenau

Die Chamer Spinne